Ausbildung

Ein interessantes aber auch sehr anstrengendes Thema stand für unsere Kameraden bei der letzten Ausbildung im Februar auf dem Dienstplan. Damit die Kameraden immer bestmöglich gegen die von Chemikalien ausgehenden Gefahren geschützt sind, trainierten sie den richtigen Umgang mit den Chemikalienschutzanzügen. Diese Anzüge stellen in Verbindung mit einem umluftunabhängigen Atemschutzgerät (Pressluftatemschutzgerät) ein maximales Maß an Sicherheit beim Einsatz mit chemischen Gefahrstoffen dar. Da allerdings schon das Anziehen eines solchen Anzuges keine Leichtigkeit ist, muss der fachgerechte Umgang jedoch immer wieder trainiert werden. „ Eineinhalb Stunden sind für ein solch...

umfassendes Themengebiet natürlich recht knapp, doch hier ist natürlich Genauigkeit gefragt“ begründete Ausbilder Sven Werner den Grundsatz „Klasse statt Masse“, der an diesem Abend für die Einteilung der Kameraden galt. Bevor die Kameraden, die alle bereits im Umgang mit den Chemikalienschutzanzügen (CSA) geschult sind, mit der körperlichen Anstrengung beginnen konnten, stand erst einmal Theorie auf dem Lehrplan. Aufbau und Chemikalienbeständigkeit, Eignung zur Brandbekämpfung und Schwachstellen der CSA wurden den Einsatzkräften von Kamerad Tino Henschel in das Gedächtnis zurückgerufen. Auch der
ABC-Abwehrsoldat wusste natürlich um die knappe Zeitplanung und zeigte sich letztendlich sehr Zufrieden mit dem Wissensstand der Kameraden.

Nun war es jedoch so weit, die Anzüge konnten angelegt werden. Dass dies aber, wie bereits erwähnt, kein einfaches Unterfangen ist, wurde allen schnell wieder klar. Zwei Kameraden benötigt jeder „Anzugträger“ zur Unterstützung beim Anlegen und Ausrüsten. Hektik ist hier nicht angebracht, denn jede Ungenauigkeit kann später im Einsatz zur Gefahr werden, weshalb der Faktor Zeit unbedingt einzuplanen ist. Fertig ausgerüstet erhielten, die Kameraden dann auch schon ihren Einsatzauftrag.Im ersten Obergeschoss war eine Person zu retten. Wahrscheinlich war es in den angrenzenden Sanitäranlagen zum Austritt gefährlicher Gase und Dämpfe gekommen, die einen Einsatz der Feuerwehr erforderlich machen.
Nachdem die Person unter größter körperlicher Anstrengung lokalisiert und gerettet wurde, galt es für den zweiten Trupp, die Gefahrenquelle zu finden und zu beseitigen. Auch diese beiden Feuerwehrleute machten sich auf den Weg in das erste Obergeschoss. Dort machten sie einen Behälter mit einem Gefahrstoff als Einsatzursache aus. Ordnungsgemäß wurde dieser gesichert und geborgen.

Die Ausbildung war an dieser Stelle für die Kameraden jedoch noch nicht beendet, denn schließlich mussten sie auch wieder aus den Anzügen befreit werden. Auch beim Ablegen der Anzüge ist größte Vorsicht geboten, denn schließlich können sich Rückstände des Gefahrstoffes auf dem Anzug befinden (Kontamination). Der Anzug musste nun so ausgezogen werden, dass keiner der Kameraden kontaminiert wird, denn das hätte schlimme Folgen haben können. Als auch diese Aufgabe gemeistert war, konnten die Kameraden endlich in das Wochenende starten.
Die Ausbilder zeigten sich zufrieden mit den Leistungen der Einsatzkräfte und hoffen aber trotzdem, dass das Erlernte nicht so schnell im Einsatz umgesetzt werden muss.
Ein Einsatz der Chemikalienschutzanzüge (ABC-Einsatz) erfordert immer einen großen logistischen Aufwand und einen sensiblen Umgang mit den gefährlichen Stoffen. Oftmals dauern solche Einsätze sehr lange an und die Kameraden müssen an das Äußerste ihrer Kräfte gehen. Temperaturen im Anzug von über 40°C sind auch bei der momentanen Witterung keine Seltenheit, hinzu kommt dann noch das zusätzliche Gewicht des Anzuges. Auch für die gut ausgebildeten und trainierten Einsatzkräfte der Feuerwehr ist ein ABC-Einsatz somit immer etwas besonderes.